FeldjournalJourneysDer stille Dialog: Begegnung mit dem Silberrücken im Morgengrauen
JourneysJuli 20265 Min. Lesezeit

Der stille Dialog: Begegnung mit dem Silberrücken im Morgengrauen

Einem rund 200 Kilogramm schweren Berggorilla in die Augen zu blicken heißt nicht, die Natur aus der Distanz zu betrachten. Es heißt, sich selbst im Nebel wiederzuerkennen.

Tutoke-Team der Feldnaturführer

Tutoke-Team der Feldnaturführer

Leiterin der Rwanda-Expeditionen & Primaten-Spezialistin

Der stille Dialog: Begegnung mit dem Silberrücken im Morgengrauen
Feldfotografie · Tutoke Wildtierarchiv

Der Morgen begann auf 2.400 Metern Höhe, unsere Stiefel versanken in Lehmboden, der nach wildem Sellerie, Eukalyptus und feuchtem Vulkangestein duftete. Unser ruandischer Fährtenleser Francois durchtrennte mit geübter Präzision Bambushalme und lauschte den leisen Grunzlauten, die durch die hohe Schlucht hallten.

Als wir die moosbewachsene Böschung umrundeten, saß Guhonda – der betagte Silberrücken der Sabyinyo-Gruppe – ruhig an einem gefallenen Hagenia-Stamm gelehnt. Seine bernsteinfarbenen Augen glitten über uns hinweg, ohne Bosheit, ohne Furcht, ohne Aggression.

In dieser einen kostbaren Stunde, die Rwandas strenge Schutzrichtlinien gewähren, sinken die Kameras oft von selbst herab. Man beobachtet, wie ein Jungtier verspielt an der Brust seiner Mutter herunterpurzelt; man sieht, wie der Silberrücken mit Fingern, die den unseren erstaunlich ähneln, behutsam Sellerie-Stängel pflückt.

Was bleibt, ist ein Gefühl stiller Ehrfurcht, das unsere Gäste ihr Leben lang begleitet. Rwandas Berggorillas überleben nicht nur – sie erinnern uns daran, was möglich ist, wenn eine Nation den Naturschutz ins absolute Zentrum ihrer Identität stellt.

Notiz der Primatologin: Verhaltensregeln bei Primaten in den Virunga-Bergen
  • Sprechen Sie nur in einem sanften, kaum hörbaren Summen. Unsere ruandischen Guides verwenden Lautäußerungen, die friedliche menschliche Anwesenheit signalisieren.
  • Nähert sich ein neugieriges Jungtier auf weniger als 7 Meter, bleiben Sie ruhig stehen, vermeiden Sie direkten Blickkontakt und lassen Sie die Mutter es zurückführen.
  • Stellen Sie den Kameraverschluss nach Möglichkeit auf den elektronischen/lautlosen Modus, um die kontemplative Stille der Berge zu bewahren.
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KategorieJourneys
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VeröffentlichtJuli 2026
Wissenswertes zur Fokusart

Berggorilla (Gorilla beringei beringei)

Stark gefährdet (weltweit noch etwa 1.060 Exemplare)

Gorilla beringei beringei

Fotografie-Empfehlung:

Stellen Sie die Belichtungskorrektur bei dichtem, dunklem Blattwerk auf +0,7 bis +1,0, damit Details im dunklen Fell nicht verloren gehen.

Tutoke-Team der Feldnaturführer
Über den Autor

Tutoke-Team der Feldnaturführer

Leiterin der Rwanda-Expeditionen & Primaten-Spezialistin

Dokumentiert das Verhalten ostafrikanischer Wildtiere und gemeinschaftlich getragenen Naturschutz.

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Jede Route bei Tutoke wird von erfahrenen Naturführern begleitet, die den tieferen Zusammenhang jeder Spur und jedes Windwechsels vermitteln.

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